Bundesplatz 14
10715 Berlin
U + S-Bhf Bundesplatz (U9 - S 41,42,46)
Bus 248, N9
Tel.: 030 / 85 40 60 85
Saal ist barrierefrei
Europa Cinema
Eintrittspreise:
-Erwachsene 9,-- €
-Kinder (bis 12 J.) 5,-- €
-ermäßigt 8,-- €
-Kinotag: Mittwoch 7,-- €
Keine Karten- nur Barzahlung
Wir zeigen heute,
Donnerstag, den 30.05.2024:


15:30 Bundesplatz-Kino:
Joana Mallwitz - Momentum

18:00 Bundesplatz-Kino:
Mit einem Tiger schlafen

20:30 Bundesplatz-Kino:
May December

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Impressum

Eva-Lichtspiele
Optische Literatur - 60 Jahre Literarisches Colloquium Berlin (LCB)

Glutmensch (1975)

Kuratiert von Frederik Lang
 
Sonntag, 11. Juni, um 15.30 Uhr

Einführung: Frederik Lang

Zu Gast: Sabine Ludwig, Tochter von Ursula Ludwig (Produzentin beim LCB)
im Gespräch mit Frederik Lang, Kurator der Reihe


BRD 1975, R/B: Jonatan Briel, K: Skip Norman, D: Werner Brunn, Brigitte Reimers, Magdalena Montezuma, Berryth Bohlen, Maria Körber, Wolfgang Neuss, 95‘ · DCP

Glutmensch ist ein Farbenfilm. In den künstlich leuchtenden Farben einer Stummfilmvirage, in Blau, Grün, Rot, Violett und Sepia, hat Jonatan Briel die in Schwarz-Weiß gedrehten Aufnahmen vom Leben Friedrich Hebbels einfärben lassen. Den 18. März 1863, seinen 50. und letzten Geburtstag, verbringt der erfolgreiche Dichter erkrankt im Bett in seiner Wohnung in Wien, erinnert sein Leben und halluziniert Figuren aus seinen Werken. Wichtige Stationen wie die Kindheits- und Jugendjahre in der rauen Landschaft Dithmarschens, wo Hebbel 1813 in eine Handwerkerfamilie hineingeboren wurde, werden in den Rückblenden ebenso gezeigt wie die Beziehung mit der Näherin Elise Lensing in Hamburg oder die Wanderung von München nach Hamburg, nach dem Tod des Freundes Emil Rousseau. Beide erscheinen Hebbel als (Fieber)-Visionen, ebenso Friedrich Schiller, Richard Wagner und Figuren aus Hebbels erfolgreichen Dramen Judith (1840) und Die Nibelungen (1861): „Hebbels pathetische Verse verlangen die große theatralische Geste, die heutige Schauspieler nur um den Preis der Lächerlichkeit annähernd nachvollziehen können. Magdalena Montezuma enthüllt mit ihren überdrehten Manierismen die Kraft aber auch die Komik, die dieses Pathos heute hat. In einer rot eingefärbten Sequenz zelebriert sie augenverdrehend und mystisch lispelnd Brunhildes Monolog über einem dampfenden Abgrund. Briel geht es bei solchen Szenen nicht um die Herausstellung des Lächerlichen, sondern um die Rekonstruktion eines frühbürgerlichen Bewußtseins, dem dieses Pathos eigen war. Er nimmt es ernst, er versucht diesem Pathos seine alten Rechte zurückzugeben.“ (Wolfgang Theis in Klappentexte 4/1982) (fl)

Optische Literatur
Die Filmabteilung des Literarischen Colloquiums Berlin


Im Juni 2023 jährt sich die Gründung des Literarischen Colloquiums Berlin (LCB) und damit auch das Projekt einer Filmabteilung im LCB zum 60. Mal. Literaturverfilmungen und die filmische Auseinandersetzung mit Textvorlagen standen dabei nicht im Vordergrund, vielmehr sollten die Möglichkeiten des Films mit Blick auf Narration, Bildgestaltung und Sprache ausgelotet werden. Wie könnte eine „optische Literatur“ gelingen? Walter Höllerer, Professor für Literaturwissenschaft an der Technischen Universität und Initiator des LCB, propagierte einen erweiterten Literaturbegriff, der die Verbindungen zwischen Literatur und Film miteinschloss. Aus Höllerers Sicht glichen sich „Zeitbewusstsein, Weltdarstellung und Weltperspektive“ der modernen Literatur und des modernen Films.
Bis Mitte der 1990er Jahre entstanden am LCB ganz unterschiedliche Filme mit und ohne Literaturbezug; teils fürs Kino, teils fürs Fernsehen. Gezielt gefördert wurden ab Mitte der 1970er Jahre auch Arbeiten von Filmemacherinnen, ein Verdienst der Produktionsleiterin Ursula Ludwig.
Anlässlich des Jubiläums wurden zahlreiche Filme des LCB, die in der Deutschen Kinemathek archiviert sind, dort digital restauriert. Die neuen Kopien sind nun erstmals zu sehen in der von Frederik Lang kuratierten Filmreihe OPTISCHE LITERATUR. DIE FILMABTEILUNG DES LITERARISCHEN COLLOQUIUMS BERLIN, die Teil des in Kooperation mit dem Exzellenzcluster 2020 „Temporal Communities. Doing Literature in a Global Perspective“ entstandenen Jubiläumsfestivals Assemblage Berlin. 60 Jahre Literatur intermedial ist. Weitere Veranstaltungen finden im Zeughauskino und im LCB statt. In der Reihe Filmblatt-Schriften von CineGraphBabelsberg e. V. erscheint dazu die Begleitpublikation "Optische Literatur. Die Filmabteilung des Literarischen Colloquiums Berlin".

www.lcb.de
www.filmblatt.de
www.zeughauskino.de