Bundesplatz 14
10715 Berlin
U + S-Bhf Bundesplatz (U9 - S 41,42,46)
Bus 248, N9
Tel.: 030 / 85 40 60 85
Saal ist barrierefrei
Europa Cinema
Eintrittspreise:
-Erwachsene 9,-- €
-Kinder (bis 12 J.) 5,-- €
-ermäßigt 8,-- €
-Kinotag: Mittwoch 7,-- €
Keine Karten- nur Barzahlung
Wir zeigen heute,
Sonntag, den 04.12.2022:


13:30 Bundesplatz-Kino:
Die Schule der magischen Tiere 2

15:30 Bundesplatz-Kino:
Eine Frau

18:00 Bundesplatz-Kino:
Mehr denn je

20:30 Bundesplatz-Kino:
Triangle of Sadness (OmU)

Durch Anklicken der Filmtitel erhalten Sie detaillierte Beschreibungen zu den Filmen


Impressum

Eva-Lichtspiele
PANORAMA-PUBLIKUMSPREIS - Berlinale 2022

Liebe, D-Mark und Tod

Auch ein toller Berlin-Film!
 
Samstag 29.10. um 13.30 Uhr

Deutschland 2022. Dokumentarfilm.
Regie, Drehbuch und Montage: Cem Kaya
Co-Autor Drehbuch: Mehmet Akif Büyükatalay
Kamera: Cem Kaya, Mahmoud Belakhel, Julius Dommer, Christian Kochmann
96 min

AUSZEICHNUNGEN:
DOK.fest München 2022: Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts
FBW 2022: Prädikat: besonders wertvoll
Internationale Filmfestspiele Berlin 2022: Panorama Publikums-Preis, Panorama Dokumente

Ein sehr unterhaltsamer, toll recherchierter Film mit einem bittersüßen Beigeschmack: Es geht um die vielfältige Musikkultur von türkischstämmigen Migranten in Deutschland, die sich in den letzten 60 Jahren – und weitgehend unbeachtet von der deutschen Bevölkerung – entwickelt und ständig verändert hat.
Cem Kaya ist es gelungen, für seinen sehr dichten und sehr musikalischen Film eine Unmenge von Musikerinnen und Musikern vor die Kamera zu holen und ihre Werke zu präsentieren. Vom Protestsong bis zum Schlager, vom Chanson bis zum Hard Rock ist alles dabei – ein sehr sehenswertes Kaleidoskop, das im besten Sinne des Wortes zum Nachdenken anregt. ...

Cem Kayas musikalische Reise durch die Jahrzehnte ist nicht nur sehr unterhaltsam, sondern auch hochgradig informativ. Er zeigt in raren Filmausschnitten die Anfänge: die Warteschlangen in der Türkei für die Anwerbung von Industriearbeitern, die Hoffnungen von jungen Männern, die keine Ahnung hatten, was sie erwartete. Von Abenteuerlust und von der Verehrung der Deutschen Mark geleitet, machten sie sich auf die Reise. Viele wurden enttäuscht. Sie kamen in ein Land, dessen Sprache sie nicht beherrschten, wo sie wie moderne Sklaven in Massenunterkünften untergebracht waren und keinen Kontakt zur Bevölkerung hatten. So entwickelte sich eine eigene Kultur, die durch die weit verbreitete Ausländerfeindlichkeit noch mehr Zulauf bekam. Cem Kaya stellt einige der Stars aus der damaligen und heutigen Musikszene vor, und er spielt ihre Musik, wobei die türkischen Texte übersetzt werden. Es gab Protestsongs, Schlager und Cem Karaca – den türkischen Tom Jones – und viele andere. In den 70ern entstand der „Anadolu-Rock“. Mit der zweiten Generation der Migranten folgten weitere Entwicklungen innerhalb der türkisch-deutschen Community: deutschsprachige Rockbands und Deutsche, die Türkisch sangen. Dazu liefert Cem Kaya kleine und große Geschichten, jede einzelne ist einen eigenen Film wert. Er spricht mit alten und jungen Fans, vor allem aber mit den Musikern selbst. Cem Kayas Film ist so etwas wie ein sehr musikalisches Geschichtsbuch, das 60 Jahre Deutschland aus einer nahezu unbekannten Perspektive zeigt. Absolut sehenswert!

Gaby Sikorski, programmkino.de