Bundesplatz 14
10715 Berlin
U + S-Bhf Bundesplatz (U9 - S 41,42,46)
Bus 248, N9
Tel.: 030 / 85 40 60 85
Europa Cinema
Eintrittspreise:
-Erwachsene 8,-- €
-Kinder (bis 12 J.) 5,-- €
-ermäßigt 7,-- €
-Kinotag: Mittwoch 6,-- €
keine Kreditkartenzahlung möglich
Wir zeigen heute,
Mittwoch, den 23.09.2020:


15:30 Bundesplatz-Kino:
Master Cheng in Pohjanjoki

18:00 Bundesplatz-Kino:
Nackte Tiere

20:30 Bundesplatz-Kino:
Über die Unendlichkeit

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Impressum

Eva-Lichtspiele
Hommage an BERNHARD SINKEL zum Achtzigsten!

Der Mädchenkrieg (1977)

In Kooperation mit der DEUTSCHEN KINEMATHEK - MUSEUM FÜR FILM UND FERNSEHEN
 
Am Sonntag, 2. Februar, um 15.30 Uhr.

BRD 1977 - Romanverfilmung
143 Min.
Gedreht in Prag und Umgebung und in Venedig.

Die drei Töchter des Dessauer Kaufmanns Sellmann, Christine, Sophie und Katharina, ziehen 1936 mit ihrem Vater nach Prag, der dort eine Stellung als Direktor der Böhmischen Landesbank angenommen hat. Für die drei unterschiedlichen Frauen beginnt ein neues Leben, das der Film über einen Zeitraum von zehn Jahren begleitet. Vor dem Hintergrund von Politik und Weltkrieg, der in Form von Wochenschau-Ausschnitten auftaucht, geht es dabei vor allem um ihre Beziehungen. Christine heiratet den tschechischen Fabrikanten Jan Amery, bleibt nach dem Scheitern der Ehe eine erfolgreiche Geschäftsfrau und kollaboriert mit den Nazis. Sophie studiert Gesang und wird von einem jungen Musiker verehrt, liebt aber heimlich ihren Schwager Jan und flüchtet vor dieser Liebe ins Kloster. Katharina indessen verfällt einem kommunistischen Widerstandskämpfer und folgt ihm in den Untergrund.

Regie: Alf Brustellin und Bernhard Sinkel
Drehbuch: Alf Brustellin und Bernhard Sinkel
Nach dem Roman von Manfred Bieler
Kamera: Dietrich Lohmann
Schnitt: Dagmar Hirtz
Musik: Nikos Mamangakis
Mit Adelheid Arndt, Katharina Hunter, Antonia Reininghaus, Matthias Habich, Hans-Christian Blech, Dominik Graf, Christian Berkel, Eva Maria Meineke, Walter Taub, Svatopluk Beneš u.a.
(Christian Berkel hier übrigens noch ganz jung in seiner ersten Filmrolle überhaupt.)

Alf Brustellin und Bernhard Sinkel:
"Wir wollten diese Geschichte erzählen: von Mädchen, die etwas anderes, viel Faszinierenderes können, als nur irgendwie einzustimmen in den kollektiven Irrsinn, der damals Geschichte machte. Sie nehmen ihre eigenen, ganz privaten Interessen ernster als jeden geschichtsträchtigen Coup einer Männerwelt. Sie sind so radikal selbstbezogen, dass sie gar keine Zeit haben, sich auf die Massenhysterie nebenan, die Angst und den Schrecken rundherum einzulassen. Wir mochten diese Mädchen so sehr, dass wir uns weigerten, sie zu kritisieren. Wir konnten nicht anders, als sie mit all ihren verständlichen oder auch merkwürdigen Gefühlen, Motiven und Handlungen leben zu lassen, wir haben versucht, sie, auch wenn es unmöglich schien, mit Sympathie zu zeichnen, mit Verständnis auszustatten. Wir wollten nicht über sie richten, das kann unser Publikum tun.

Wir wollten diese Mädchen nicht zu Trägern heutiger oder auch damaliger Emanzipationsideen und -schwierigkeiten machen. Wir wollten auch nicht die Rolle der Frau in schwerer Zeit irgendwie exemplarisch oder originell abhandeln - etwa in dreifacher Variation (a. Christine, b. Sophie, c. Katharina). Das schien uns männlich-verräterisch gegenüber der Lebendigkeit dieser radikalen, verrückten, verliebten, intelligenten und widersprüchlichen Weiber. So haben wir jeden Augenblick auf ihre eigensinnige Lebendigkeit gesetzt. Falls sich exemplarische Gedanken zu ihrer Existenz am Ende doch einstellen, so ist das sicherlich kein Fehler. ...

... Wir wollten einen Film machen, der die Menschen wichtiger nimmt als die Geschichte, die über sie verhängt wird - die Geschichte Prags in diesen zehn Jahren von 1936 bis 1946 irgendwie zu vertuschen. (Aber es hätte keinen Sinn gehabt, historische Großereignisse von Tragweite, Problematik und Brutalität wie z.B. das Heydrich-Attentat und dessen Folgen sozusagen am Rande in diese sehr privaten Geschichten einfließen zu lassen.) „Der Mädchenkrieg" ist kein Historienfilm, sondern die Geschichte einer Familie, deren Untergang die Historie bewirkt.

Wir wollten die Geschichte des „Mädchenkriegs" mit unbekannten Schauspielern besetzen. ... Wir wollten eine große Geschichte groß erzählen - aber ohne Pathos. Wir hoffen, dass uns das gelungen ist."

(Aus einem Gespräch mit Frauke Hanck. Quelle: www.bernhardsinkel.de )

Am Sonntag 9.2. um 15.30 Uhr - ebenfalls von Bernhard Sinkel - : DER KINOERZÄHLER.