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-Kinder (bis 12 J.) 5,-- €
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-Kinotag: Mittwoch 6,-- €
Wir zeigen heute,
Montag, den 19.11.2018:


16:00 Bundesplatz-Kino:
Back to the Fatherland

18:00 Bundesplatz-Kino:
Offenes Geheimnis

20:30 Bundesplatz-Kino:
LORO - Die Verfuehrten

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Impressum

Eva-Lichtspiele
Der erste jüdische Maler

Moritz Daniel Oppenheim

 
Am Montag 12.11. um 16.00 Uhr

Dass er als erster jüdischer Maler Erfolg hatte, macht ihn zwar besonders, doch dies ist nicht das Einzige, was Moritz Daniel Oppenheim interessant macht. Wie Isabel Guthof in ihrer Dokumentation zeigt, für die sie zahlreiche Kunsthistoriker und Nachfahren des Malers interviewt hat, sind Oppenheims Gemälde auch eine Fundgrube für Historiker.

Dokumentation
Deutschland 2017
Regie & Buch: Isabel Gathof
100 Minuten

Im Jahre 1800 wurde Moritz Daniel Oppenheim in Hanau geboren und starb 82 Jahre später in Frankfurt. Früh begann er zu zeichnen, studierte später Malerei in Paris und wurde bald zum bekannten Maler der Frankfurter Gesellschaft. Dabei gelang es Oppenheim, sich nicht auf einen Bereich festlegen zu lassen, nicht zum ausschließlich jüdischen Maler abstempeln zu lassen: Zwar malte er viele Gemälde, die jüdischen Leben zeigen, malte gerade zu Beginn seiner Karriere auch Deckengemälde in Kirchen.
Doch trotz aller Porträts nichtjüdischer Persönlichkeiten der Frankfurter Gesellschaft, die Oppenheim im Laufe seiner langen Karriere malte, ist er doch vor allem für seine Gemälde bekannt, in denen er jüdisches Leben darstellte. Religiöse Motive finden sich hier, Bilder traditioneller Riten, aber vor allem auch Bilder, die das zeitgenössische jüdische Leben mit einem Realismus und einer Selbstverständlichkeit zeigen, die es vorher nicht gegeben hatte.
Die Genauigkeit, mit der Oppenheim dabei den jüdischen Alltag im Deutschland des 19. Jahrhunderts einfing, macht seine Gemälde zu einer wahren Fundgrube für Historiker und Soziologen.
Dennoch geriet Oppenheim in den Jahren nach seinem Tod in Vergessenheit, was sich erst in den letzten Jahren ändert: Ein Aspekt von Isabel Gathofs Dokumentation ist die Entstehung eines Denkmals für den Maler in seiner Heimatstadt, bestehend aus einer abstrakten Skulptur und einer lebensgroßen Statue, die 2015 eingeweiht wurden. Viel Zeit nimmt sich Gathof, um die beiden Bildhauer Pascal Coupot und Robert Schad bei der Arbeit zu beobachten, beim Entwurf und Entstehen der Skulpturen, doch diese Szenen sind auch willkommene Momente der Ruhe, zwischen den oft intensiven und dichten Interviewpassagen, in denen über Oppenheims Leben und Werk berichtet wird.
Die Kunsthistorikerinnen Esther Graf und Shlomit Steinberg ordnen das Werk des Malers ein, Eckhard Meise, Experte für Judentum in Deutschland berichtet über jüdisches Leben in Hanau und Frankfurt zu Oppenheims Zeiten, doch es sind besonders die Nachfahren des Malers, die eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart schlagen. Besonders dem Rabbi Yehuda A. Horovitz dabei zuzuhören und zu sehen, wie er den Spuren seines Vorfahren nachgeht, ist ein großes Vergnügen: Auf Gemälden, die für den neutralen Betrachter wie gewöhnliche Szenen jüdischen Lebens aussehen, entdeckt er Verwandte, erklärt auch ganz nebenbei, wie genau Oppenheim jüdische Rituale wie das Lesen in der Thora mit größter Präzision dargestellt hat.
Ohne spröde zu werden, gelingt es Isabel Gathof in ihrer Dokumentation, Werk und Leben von Moritz Daniel Oppenheim mit großer Genauigkeit nachzuzeichnen und dazu beizutragen, einen ebenso jüdischen, wie deutschen Maler wiederzuentdecken.

programmkino.de, Michael Meyns


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