Bundesplatz 14
10715 Berlin
U + S-Bhf Bundesplatz (U9 - S 41,42,46)
Bus 248, N9
Tel.: 030 / 85 40 60 85
Europa Cinema
Eintrittspreise:
-Erwachsene 9,-- €
-Kinder (bis 12 J.) 5,-- €
-ermäßigt 8,-- €
-Kinotag: Mittwoch 7,-- €
keine Kreditkartenzahlung möglich
Wir zeigen heute,
Sonntag, den 05.12.2021:


11:00 Bundesplatz-Kino:
Harald Naegeli - Der Sprayer von Zuerich

13:30 Bundesplatz-Kino:
Feuerwehrmann Sam:Helden fallen nicht vom Himmel

15:30 Bundesplatz-Kino:
Deutschland bleiche Mutter (1980)

18:00 Bundesplatz-Kino:
Die Unbeugsamen

20:30 Bundesplatz-Kino:
Billie - Legende des Jazz

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Impressum

Eva-Lichtspiele
Hommage an HELMA SANDERS-BRAHMS

Deutschland bleiche Mutter (1980)

In Kooperation mit der Deutschen Kinemathek - Museum für Film und Fernsehen
 
Am Sonntag, 5. Dezember, um 15.30 Uhr

Director´s Cut!
In Reaktion auf negative Kritiken, die der Film nach seiner Erstaufführung 1980 erhielt, wurde er für die Kinoauswertung gekürzt. Die restaurierte Fassung enthält die rund 30 fehlenden Minuten.


BRD 1979/80
Drehbuch und Regie: Helma Sanders-Brahms
Kamera: Jürgen Jürges
Mit Eva Mattes, Ernst Jacobi, Elisabeth Stepanek, Gisela Stein, Anne Sanders u.a.
152 min

Das Schicksal einer jungen Frau, die in der Nazi-Zeit heiratet, sich im Krieg mit ihrem kleinen Kind allein durchschlagen muss und nach der Rückkehr ihres Mannes an den Rand des Selbstmords gerät: Kurz nach ihrer Heirat bleibt Lene allein zurück, während ihr Mann am "Polenfeldzug", dem deutschen Überfall auf Polen, teilnimmt. Mit ihrem Kind bewältigt sie alle Aufgaben allein und übersteht den Krieg; doch als ihr Mann zurückkehrt, soll sie in ihre alte Frauenrolle zurück. Die neue alte Familienordnung und das "Wirtschaftswunder" werden für sie zu einer Qual, die sie an der Rand der Verzweiflung treibt.
-filmportal.de

"Deutschland, bleiche Mutter" ist kein Film der historischen Erinnerung, keine Rekonstruktion wie "Stunde Null" von Edgar Reitz, auch keine Mythencollage wie Syberbergs "Hitler – Ein Film aus Deutschland", auch kein Restaurations-Melodram wie Fassbinders "Die Ehe der Maria Braun". Helma Sanders-Brahms (den Doppelnamen hat sie sich zugelegt, damit die ewigen Verwechslungen mit der geschätzten Heike Sander aufhören) schreibt einen Brief an ihre Mutter. Solche Korrespondenzen sind nicht immer frei von Sentimentalitäten, auch von Peinlichkeiten. Das kommt daher, daß die Regisseurin ihre alten Verletzungen nicht verheimlicht, sondern zur Schau stellt. ...
Als "Deutschland, bleiche Mutter" in Februar 1980 bei der Berlinale uraufgeführt wurde, reagierten die deutschen Kritiker fast ausnahmslos sehr aggressiv auf die offensichtlichen Schwächen des Films. Und übersahen seine ungewöhnlichen Schönheiten. ...
Wenn Helma Sanders von ihren Gefühlen redet, mag ich nicht immer zuhören, aber wenn sie Emotionen in Bilder übersetzt, dann kann ich noch lange zuschauen. Ich sehe Eva Mattes als Lene: den Backfisch und die Hexe, Kaffeekränzchen-Lene und Landstreicher-Lene, die keusche Braut und die alte Frau mit dem entstellten Gesicht. In keinem anderen Film, nicht einmal bei Fassbinder in "Wildwechsel" und bei Herzog in "Stroszek", hat diese phantastische Schauspielerin so viel von sich sehen lassen.
"Deutschland, bleiche Mutter": Bilder aus einem Poesiealbum, zerstörte Innerlichkeit, Szenen aus der längst nicht vergangenen Kleinbürgerwelt. "Ich lebe", schreibt Helma Sanders-Brahms im Buch zum Film (rororo- Neue Frau, Nr. 4453), "nicht anders als meine Eltern, nur in andern Zeiten".

© Hans-Christoph Blumenberg (Quelle: filmportal.de)