DIE BILDERWELTEN DES JONATAN BRIEL

Vampyr (1932, 35mm)

Filmreihe und Ausstellung

Im Bundesplatz-Kino:
Sonntag 18.10. um 13:30 Uhr
FINISSAGE

Einführung: Michael Wedel

Sonntag 18.10.


Ganze Handlungssituationen, Bild- und Figurenarrangements in Briels 'Wie zwei fröhliche Luftschiffer' scheinen als direkte Doppel- und Wiedergänger aus Dreyers paradigmatischem Horrorfilm entsprungen zu sein, in dem sich Traum und Wirklichkeit in ständigem Wechsel und expressiven Bildern durchdringen. In beiden Filmen begeben wir uns „in ein Zwischenreich, in dem Wirkliches und Imaginäres, Lebendes und Totes ineinandergreifen, Imaginäres wirklich und Wirkliches imaginär wird, Lebendes tot und Totes lebendig ist“ (Michael Wedel). Briel hatte [b]Vampyr erstmals 1961 auf der Bundestagung der Deutschen Jugendfilmclubs gesehen und war sofort begeistert von Dreyers Film, später von dessen gesamtem Werk. Während seines Studiums an der DFFB hielt Briel ein Referat über den verehrten Regisseur, an einen Freund schrieb er schließlich: Dreyers Filme „sind Filme, wie Zauberwerke, aber doch so wahr in der Analyse menschlichen Handelns und im Sichtbarwerden der daraus sich ergebenden Gesten und Gebärden am Körper und in der klaren Sprache des menschlichen Gesichts.[“/b]

Frankreich, Deutschland | 1932 | 83 Min | 35 mm
Regie & Drehbuch: Carl Theodor Dreyer
Kamera: Rudolph Maté
Mit Julian West, Sybille Schmitz

Allan Gray kommt auf einer Reise spät in der Nacht zu einem einsam gelegenen Gasthof. Als er dort übernachtet, hat er einen seltsamen Traum: Er ist zu Gast auf einem Schloss, in einer Gegend, die von einem Vampyr in Gestalt einer alten Frau heimgesucht wird. Leone, Tochter des bereits ermordeten Schlossbesitzers, soll das nächste Opfer des Blutsaugers werden. Gisèle, ihre jüngere Schwester, und Allan versuchen das Unheil aufzuhalten.

Mithilfe einer alten Chronik über das Wesen der Vampyre kann die Macht des Blutsaugers gebrochen werden. Er wird vernichtet durch einen Pfahl, der ihm durchs Herz gebohrt wird, Leone kann gerettet werden. Ein strahlender Sommermorgen verjagt den Schrecken der Nacht – und beschließt Allan Grays Traum.